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Dienstag, 18. August 2026

Ein Abendessen mit Tarantino: Ein Kult-Regisseur packt aus

Ein berühmter Regisseur erzählt von einem Abendessen mit Quentin Tarantino, das als Herausforderung begann und mit einem unüberwindbaren Unbehagen endete.

Felix Braun · · 2 Min. Lesezeit

Es gibt Begegnungen, die man nicht so schnell vergisst. Man denke an das erste Treffen mit einem Idol – die Aufregung, die Erwartungen und schließlich die Enttäuschung, wenn die Person sich als ganz anders herausstellt als vorgestellt. Ein kultivierter Regisseur, der sein Abendessen mit Quentin Tarantino beschrieb, schildert genau diese Erfahrung. Ab dem zweiten Gang wollte er einfach nur aufstehen und gehen. Und ich kann das nur zu gut nachvollziehen.

Erstens, Tarantino ist ein bisweilen polarisierender Charakter. Man liebt oder hasst ihn, je nach Sichtweise auf seine Filme und seine Art, sich auszudrücken. Ein Abendessen mit ihm verspricht Brillanz, aber auch die Gefahr von Überheblichkeit. Wer schon einmal mit leidenschaftlichen Cineasten an einem Tisch gesessen hat, der weiß, dass sich Diskussionen schnell in ein schier unendliches Labyrinth von filmischen Referenzen und persönlichen Meinungen verwandeln können. In diesem Fall schien der Regisseur während des zweiten Gangs wie ein hypnotischer Strudel zu wirken, der alle an den Tisch gefangen hielt, während er sich in seinen eigenen Gedanken verlor.

Zweitens, es ist eine Frage der Wahrnehmung und der persönlichen Wertschätzung. Tarantino hat eine ganz eigene Art, die Welt zu sehen, die sich in seinen Filmen widerspiegelt. Aber wenn man nicht in der Lage ist, diese Perspektive zu teilen, kann das schnell zu einem unangenehmen Gefühl führen. Man fragt sich, ob man in seinem eigenen Kopf gefangen ist oder ob es an der Zeit ist, die Flucht zu ergreifen. Der Regisseur berichtet von einem Gefühl des Unbehagens, das sich breitmachte, als das Gespräch tief in die Bereiche der Eigenbrötler und der selbstzufriedenen Filmtheorie abdriftete.

Natürlich könnte man argumentieren, dass es gerade diese unbequemen Momente sind, die einen wachsen lassen. Immerhin kann man viel aus den Ansichten anderer lernen, auch wenn man sie nicht teilt. Doch an einem Tisch, an dem der Gesprächsfluss wie ein einseitiger Strom fließt, stellt sich die Frage, ob man wirklich so viel Zeit und Energie investieren möchte, um zuzuhören, ohne wirklich gehört zu werden. Während der Regisseur das Drama in der Mimik von Tarantino observierte, schien ihm immer klarer zu werden, dass das Gespräch, so eindringlich es auch war, nicht beidseitig war.

Am Ende bleibt das Gefühl des ungebrochenen Könnens und der Überlegenheit, die Tarantino umgibt, wie ein schwerer Mantel im Raum. Man kann die Sonne oder die Schatten des Genies nicht leugnen, und der Regisseur schloss mit dem beunruhigenden Gedanken, dass es vielleicht besser gewesen wäre, bei einem einfachen Abendessen zu bleiben, das ohne die Tiefe des Geplänkels auskam. Aber solche Begegnungen sind nicht nur ein Bittsteller an die Muse, sondern auch Prüfungen, aus denen man lernen kann, selbst wenn sie unangenehm sind.